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Mama*, wo warst du? Part IV

Mama*, wo warst du? PART IV

Dokumentarische Fotografie kann so viel mehr als einen Moment festhalten und deshalb ist sie auch so wichtig für euch und eure Familie. Sie ist euer kollektives Gedächtnis. Ich möchte dieses kollektive Gedächtnis auch für mich und meine Kinder schaffen. Ein Erbe der Gefühle sozusagen. Bilder und Erinnerungen konservieren, wie früher, in einer kleinen Schatzkiste. Mit meinen Fotografien, die die Zeit etwas festhalten. Das Davor und das Danach, den Geruch, die Stimmung. Denn ja, die Zeit geht so schnell vorbei. Und deshalb ist es mir auch so wichtig auch mit drauf zu sein. Ich bin die meiste Zeit mit ihnen zusammen, mache ihnen Brotzeit, putze ihre Zähne, tröste sie und bringe sie zum Lachen. Das möchte ich festhalten. Und deswegen habe ich auch meine kleine #mamawowarstdu Challenge ins Leben gerufen.

Bilder für meine eigene kleine Schatzkiste. Es geht in die vierte Runde, mit wundervollen Müttern, die ihre Texte, Bilder und Gedanken zu folgenden Themen beigesteuert haben.

No. I - Paradox meiner Mutterschaft

Das, was @hamidala_ sagt:

Es gibt Momente, da vermisse ich die alte Matratze auf dem Parkettboden meines WG-Zimmers und die damit einhergehende Freiheit. Die Ecke, in der noch leere Flaschen von vorherigen Feiern stehen und nun einen klebrigen Rand auf dem eckigen Beistelltisch vom Schweden hinterlassen. Den Geruch von abgestandenen Zigarettenrauch vermisse ich nicht, aber die heiße Dusche nach einer durchtanzten Nacht. Der nachmittägliche Sonntagsspaziergang mit meiner besten Freundin, um danach in ein Café einzukehren und die erste Mahlzeit am Tag zu essen: Waffeln mit Vanilleeis und Zimt. Denn der Tag fängt später an, wenn der vorherige erst 5 Uhr Morgens endete. Die Unsicherheit des Lebens zu zelebrieren. Hast du das mitbekommen gestern? Meinst du da ist etwas zwischen denen? Was ist bei euch? Denn das waren die Dinge, die uns wichtig waren.

Gehst du nachher zur Vorlesung? Nein, ich habe Spätschicht in der Kneipe heute. Ich mochte es immer dort anzukommen und als erstes meine Musik anzumachen, die ich auf dem Hinweg schon auf den Ohren hatte und danach gleich allen Bescheid zu geben, dass sie doch auf einen Absacker vorbeikommen könnten. Fast immer leisteten mir meine Freund*innen Gesellschaft, denn auch sie waren noch freier von alltäglichen Verpflichtungen. Wir machten aus einem Mittwochabend ein Happening bis spät in die Nacht hinein. Es waren tiefgründige Gespräche oder Debatten über die besten Longtrinks mit Gin (ich bin Team Gin Tonic mit Gurke und Pfeffer).

Heute werde ich von einem Fuß im Gesicht und einem leisen Seufzen geweckt, während es draußen noch dunkel ist. Heute beginnt der Tag da, wo er früher erst endete. Heute schauen wir uns gemeinsam Sonnenaufgänge an und bereiten warme Hafermilch vor, um in den Tag zu starten. Heute werde ich mit feuchten unbeholfenen Küssen meiner Tochter übersät, während ich mich vor Lachen kringle, weil es so kitzelt. Heute bekomme ich in der Nacht ein „kuscheln, Arm“, wenn meine eine Körperhälfte eingeschlafen ist und ich mich gerade wegdrehen wollte. Es ist paradox, so schmerzlich ich das Leben meines jüngeren Ichs mitunder vermisse, so sehr versuche ich zugleich jeden kostbaren Moment und jedes Gefühl der Mutterschaft in mein Innerstes abzuspeichern und zu konservieren. Denn genau jetzt passiert all das, was ich später sehr vermissen werde. Und jetzt. Und jetzt.

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Und du? Was ist das Paradox deiner Mutterschaft?

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Halte dein Paradox fotografisch fest.

No. II - Routine

Das, was @minaandherchaos sagt:

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Routine war für mich lange Zeit der Inbegriff von Spießigkeit und etwas, was ich demnach vermeiden wollte. Meine Introvertiert gleiche ich nämlich durch ein zuweilen grenzwertiges Maß an melancholisch - romantischer Exzentrik aus. Routine fühlte sich für mich somit häufiger nach Stillstand an, nach Anpassung und Eintönigkeit. Zugegeben habe ich den Begriff und seine Wirkung letztendlich einfach völlig missverstanden.

Unter einer Routine verstehen wir eine, 

durch längere Erfahrung erworbene Fähigkeit, eine bestimmte Tätigkeit sehr sicher, schnell und überlegen auszuführen. Synonyme für diesen Begriff sind zum Beispiel Erfahrung oder Fertigkeit. Und das ist eigentlich durchaus etwas, was ich in meinem Leben brauche. Denn Alltag ist ehrlich gesagt nicht meine Stärke. Alltägliche, wiederkehrende Aufgaben überfordern oder langweilen mich. Ich möchte sie manchmal vermeiden und schiebe einige davon auch gegen jede Logik so lange vor mir her, bis ich am Ende extrem gestresst bin.

Das ist als Mama und in meiner persönlichen Lebensrealität nur bedingt möglich. Und das ist in Ordnung. Im letzten Jahr habe ich eine recht gute Balance gefunden, zwischen auf dem Rand der Welt balancieren und wichtige, für mich heilsame und hilfreiche Routinen entwickeln. Ich gehe etwas früher schlafen, schreibe To do Listen und schiebe nicht mehr so viel auf. Aber meine Lieblingsnächte sind noch immer die, in denen ich ein Gedicht schreibe und mit einem Glas Gin in der Hand zu Van Morrison durch mein Zimmer tanze bis die Sonne aufgeht. Und so ist meine für mich wichtigste Routine die, dass ich jeden Tag tanze. Irgendwann zwischendurch. Zwischen Abgabetermin, Lohnarbeit und Hausaufgaben kontrollieren. Ich werde nie die sein, die nicht ein bisschen rosa Glitzer in ihrem Alltag braucht. Und ich glaube das ist okay. @minaandherchaos 

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Und du? Was machst du jeden Tag gleich?

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Zeige uns ein Foto auf dem deine Routine zu sehen ist.

No. III - Mental Load

Das, was @me.andmylittleones sagt:

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Mein Mental Load, wickelt sich wie ein Schleier über meinen Kopf. Während ich mir meinen ersten Kaffee gönne, richte ich die Vesperdosen meiner Kinder, schneide Apfelstücke, erinner mich wer die grünen Trauben möchte, schmieren den falschen Aufstrich auf den Toast und vergesse, dass Butter, Gift ist. Die Geschirrspülmaschine piept und so langsam klingt es wie eine Melodie, die sich penetrant in meinen Kopf bohrt. Ich schmeiße die Waschmaschine an, die Wäsche von gestern lag noch drin, sie stinkt nicht, also schnell auf die Leine. Und da kommt schon das schlecht gelaunte Kleinkind, die Stufen runter. Am besten nicht ansprechen und keine Panik zeigen. Ganz ruhig bleiben, denn sie können deine Angst riechen und schon hab ich den falschen Move gemacht. Heulend liegt es auf dem Boden und kann mir nicht erklären, was ich getan oder nicht getan habe. Ich steige über sie drüber, denn das große Kind, ist noch seelenruhig am Schlafen. Zwischen Tränen trocknen muss ich dem anderen Kind erklären, dass es aber jetzt wirklich Zeit ist aufzustehen. Die Kinder gerichtet und die Vesperdosen in den Rucksäcken verstaut. Der Blick in den Spiegel verrät mir, dass ich zwischen Kindern und Haushalt, mich vergessen habe. Schnell schlüpfe ich in eine Hose, ziehe das T-Shirt aus, dass zum Tränen trocknen herhalten musste und putze mir die Zähne, während ich mit dem einen Fuß bereits vor der Haustüre stehe. Alles was ich finde schmeiß ich ins Auto. „Getränke holen, es sind keine Tomaten mehr im Kühlschrank, Ruf noch bei der Bank an und der Brief muss unbedingt zur Post. Der Schleier wird immer länger. Mein Tacho zeigt an, dass ich viel zu schnell fahre und wir viel zu spät kommen. Während das Gebrüll auf der Rückbank immer lauter wird, wird der Schleier immer länger. Ich parke schnell die Feuerwehrzufahrt zu, auch wenn ich weiß, dass ich wieder ermahnt werde, packe meinen Schleier und renne mit den Kindern in die Kita. Die zeitraubende Ermahnung kommt, aber nicht nur wegen der Feuerwehrzufahrt, sondern auch weil ich schon wieder den Coronatest vergessen habe. Ich höre eigentlich gar nicht zu, denn mein Kopf ist umwickelt von meinem Schleier. Und vor meinem inneren Auge stell ich mir vor, wie das Feuerwehrauto mein Auto einfach wegrammt.

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Und du? Kennst du Mental Load? Wenn ja, was macht es mit dir?

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Fülle Mehrere Quadrate mit deinen Gleichzeitigkeiten. Was trägst du auf/in deinem Kopf?

No. IV - Soundtrack deines Mutterlebens

Das, was @frau_von_flodder sagt:

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Seit dreieinhalb Jahren bewege ich mich im vierviertel Takt, egal ob bei Tag oder Nacht, zwischen Betten, Flaschen und Spielen. Das klingt nach einer Party - ich rede von Mutterschaft. Wir drehen durch bis zum Anschlag der besten Musik. Dancing with tears in my eyes und auf Tischen mit Nudeln und Limonade am Fuß. Wir robben über den Boden und singen in Fantasiesprache zu den Liedern meiner Jugend, von denen ich erst heute die Texte verstehe: Boom Boom Boom I want you in my room I wanna go boom boom and spend the night together oder du schläfst halt mal in deinem eigenen Bett, wie wärs? Und während ich deine Hand beim Einschlafen halte und du dem Sandmann lauscht, bin ich schon längst im Dreamland und träume von 1-A Discostoff Freitags mit dem Mob. Ich war noch nie im Berghain, bitte lass mich da nicht rein, weil ich muss zum Mittagessen wieder zuhause sein. Es riecht so gut! Es riecht so gut! Pfannkuchen mit Apfelmus oder Dosenpfirsichen, ein Gedicht am Essenstisch. Oder wie das große Kind sagen würde - standard. Vom Mental Load zum Overload. It's a one-way ticket to a madman situation obwohl ich mich nicht erinnern kann, ein Ticket je gelöst zu haben. Ich rege mich regelmäßig über meine eigens gestellten Regeln oder dem nicht folgen dessen auf und frage mich im Nachhinein - Liza, was hat dich bloß so ruiniert? Wo ist denn deine Leichtigkeit und why you just can't get enough? Und warum so ungeduldig? Das Kind braucht halt 3 Sekunden länger - eine Sekunde für vorher, eine für nachher, eine für mittendrin. Also mach die Musik lauter and let's come together, right now, oh yeah, in sweet harmony. Saxophonsolo. Kindersolo. Haha hihi.

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Und du? Was ist der Soundtrack deines Mutterlebens?

 

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Mache ein Selbstporträt und spiele dabei mit Lichtreflexionen.

No. V - Drunter und Drüber

Das, was @mother.ink.stinct sagt:

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Der Wäschekorb platzt aus allen Nähten, während im Kühlschrank mal wieder Flaute herrscht. Milchpulver und Konto sind leer, die Schnauze gestrichen voll. Verantwortlichkeiten werden hin und her geschoben, wie die Fahrzeuge der Kugelbahn im Kinderzimmer und das Alltagschaos, das beseitigt werden will. Im Flur liegen Schuhe, auf die ich kurz neidisch bin, weil die es immer schaffen, als Paar zu funktionieren. In Keller, Küche und Kopf geht's ständig drunter und drüber. Im Schlafzimmer aktuell nur selten. Unsere Tage haben immer noch 24 Stunden, obwohl wir doch längst zu dritt sind. Das ist nicht gerecht. Umfairteilung, jetzt! An manchen Tagen ist der Pool an Ressourcen für Eltern- & Partnerschaft zwar halb voll, an anderen hingegen halb leer. Noch Lehrer ist nur die Mamibubble, deren Anhängerinnen mit erhobenen Zeigefingern daher kommen und sich lieber in Erziehungsfragen Fremder einmischen, statt vor ihrer eigenen Tür zu caren. Wär ich doch nur mutig genug, mich von all den Erwartungen und dem Drang nach diesem Pseudo-Perfektionismus abzugrenzen. Dabei hab ich doch längst alles was ich brauche. Mutterschaft beginnt schließlich mit Mut! Wenn das große M mal über eine der zahlreichen Anforderungen stolpert, kann sie zwar auch wütend werden, aber wer wird das nicht? Mom ist eben nicht immer nur Wow upside down. Auch, oder besser, erst recht nicht, wenn alles Kopf steht.

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Alles geht drunter und drüber. Bei dir auch?

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MACHE EIN PORTRÄT VON

DIR MIT EINEM GLAS, DAS DEIN LEBEN KOPF STEHEN LÄSST.

 

No. VI - All In Familienporträt

Das, was @evamarleneetzel sagt:

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Sie sagen, Familie sind du und ich und die Kids. Ich sage, Familie ist so viel mehr. Familie ist Freundschaft, Familie ist Community, Familie ist das Dorf.

Sie sagen, Familie ist privat. Ich sage, Familie ist politisch, Familie geht uns alle etwas an.

Sie sagen, die Mutter ist das Herz der Familie. Ich sage, mein Herz bleibt auf der Strecke.

Sie sagen, du hättest ja keine Kinder bekommen müssen. Ich weiß nicht mehr was ich dazu sagen soll.

Sie sagen, Kinder sind die Zukunft. Ich sage, die Zukunft geht euch am Arsch vorbei.

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Und du? Was ist für dich Familie?

 

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Mache ein Familienporträt. Kinder faceless.

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MACHE EIN PORTRÄT VON

DIR MIT EINEM GLAS, DAS DEIN LEBEN KOPF STEHEN LÄSST.

Bucht ein Familienshooting

Eine Familienfotografin ist natürlich nicht die günstigste Variante aber das Ergebnis, das wir in den Händen halten ist jeden Cent wert. Die Frage nach dem Preis ist wichtig, das sehe ich genauso. Aber wenn du diese Investitionen mit der Bedetung der Bilder für das weitere Leben aufrechnest, ist es nur ein Bruchteil von dem, was diese Bilder für eure Familiengeschichte bedeuten werden.

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Wie siehst du das? Hattest du schon mal ein Shooting mit einer Familienfotografin? Wenn ihr Fragen habt, schreibt mich gerne an.

Ich freue mich sehr euren Familienalltag zu dokumentieren.

macht einfach! Fotografiert!

Und vergesst euch dabei nicht. Werdet sichtbar als mamas*! Es ist so wichtig für eure Kinder und für Euch!

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